50… Hey, mein Großer

Es ist kalt auf dem Balkon. Manchmal gehe ich nachts raus und suche im Nachthimmel den am hellsten leuchtenden Stern. Dem ‚erzähle‘ ich dann, womit ich eigentlich Dich per Telefon vollschnattern würde. Aber Du gehst ja nicht mehr ran, auch wenn die Rufnummer immer noch am Netz ist. Ich rufe manchmal da an mit der wirren Hoffnung, dass jemand abhebt.… Read more →

Das einzig Wichtige im Leben
sind die Spuren von Liebe,
die wir hinterlassen,
wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer

Genau ein halbes Jahr…

ists her, dass ich nach Feierabend zu diesem Banktermin gehetzt bin mit dem Expose in der Tasche, zu dem ich Michas Meinung hören wollte – und er blieb still. Zu Beginn dieser Woche war der CT-Termin wegen dem Tumor-Verdacht, auch da war viel Rennerei und tausend Sorgen. Die Umstände sind heute unverändert, fortschreitend.
Dann war ich zuhause, fuhr den PC hoch, habe 5 Minuten nicht hingeguckt und der Rechner ging aus und installierte fröhlich Windows 10… Also war ich für den Abend aus der Welt. Ich habe nicht gemerkt, dass mich jemand zu erreichen versuchte, den ich nie auf dem Plan hatte. Der folgende Freitag war ein Dreizehnter, Josef Stimme beendete meinen Tag vor Mittag.

Jetzt habe ich wieder einen Banktermin. Und brauchte wieder die Brummstimme, die mir das Leben erklärt und zu Durchblick verhilft. Verdammt Micha, Du fehlst. Jeden verdammten Tag.

Micha, Tag der Luftfahrt - Fraport 2013

Remember me with smiles and laughter, for that is how I’ll remember you all.
If you can only remember me with tears, then don’t remember me at all.

Das Leben geht weiter, irgendwie. Es hat sich verändert, hier klafft ein riesiges Loch.

6 Monate…

und 5 Tage ist es her, dass ich weggefahren bin ohne zu wissen, dass ich nie zurückkommen kann. Inzwischen schiebt Paul ganz normalen Dienst bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. Ein paar Dienste lang hat er noch einen Lehrfahrer neben sich, aber inzwischen transportiert er selbst Menschen durch die Stadt. Und ich gucke sofort, wo er gerade ist, wenn ich irgendwo in den Medien mal wieder von einem Unfall mit beteiligter Straßenbahn lese. Das häuft sich im Moment, meist sind es Radfahrer… ist wird zeitig dunkel und viele von denen sind ohne jegliches Licht am Rad unterwegs. Das macht mir Angst. Guck…

Mitte September

Mitte September – 90 Meter dank angehängtem Zug

Da, hinter der Scheibe, kann man ihn erahnen. Stolz isser – und ich bin es auch. Inzwischen ist seine Freundin mit nach Dresden in die WG gezogen. Sie hat das Abi in der Tasche und versucht es mit dem Studentenleben. Bisher lief für Paul ja alles wie geplant. Read more

Wenige Tage nach diesem Abschied

habe ich geschockt und fassungslos ein paar Worte zusammengeschrieben. Auch das: Ich wusste überhaupt nicht, wie es weitergehen sollte. Ohne meinen Halt. Ohne Sicherheit. Ohne diese Zuhause, das Du mir gewesen bist. Ohne meinen Freund. Ohne Dich. Du hast mein Leben 19 Jahre lang bereichert, beeinflusst und geprägt. Seit diesem Anruf von Josef gehe ich abends oft auf den Balkon,… Read more →

5 Monate sind vergangen…

seit ich neben Michael nach langen Gesprächen eingeschlafen bin, mit der Hand ausf Michael Schulter. Er hatte sich zum Fenster drehen müssen, damit er besser atmen kann. 5 lange Monate… Seit ich ihm beim Abschied sagte, dass ich mir Sorgen mache und er das so nicht mehr lange durchhalten würde. Wörtlich: „Du musst was tun, Micha. Das geht so nicht… Read more →

Vier Monate

sind vergangen seit diesem Foto. Irgendwie.
Als ich das letzte Mal durch die Straße gefahren bin, war ich mit einem verbeulten Auto unterwegs. Es war nicht genug Zeit zwischen dem Unfall und der letzten Fahrt nach Frankfurt. Am Tag nach der Beisetzung stand ich dort auf der Straße und mein Telefon buchte sich in Michas Wlan ein… so wie immer. Keine Regung da oben, wo ich kurz zuvor selbst noch in der Sonne gesessen und dieses Bild gemacht hatte. Der Fliederbusch blühte noch nicht…

Am Leisrain

und die Nachbarn hatten mir extra den Parkplatz freigehalten.

Der Unfallschaden am Heck wurde inzwischen repariert. Der Sommer verabschiedet sich und ich habe immer noch das Gefühl, Micha anrufen zu müssen. Viel zu lange hab ich die Stimme nicht gehört, viel zu gravierende Entscheidungen stehen an und noch immer habe ich mich nicht an den Gedanken gewöhnt, dass er nicht mehr da sein soll.
Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, Micha wurde lediglich unter die Erde gebracht. Abseits von allem, was richtig, wichtig und angemessen gewesen wäre.